Aufgrund der Corona-Pandemie soll die für dieses Jahr geplante Kracauer-Konferenz auf den 27.—29. Mai 2021 verschoben werden. Nachfolgend findet sich das ursprüngliche Programm der Konferenz und aller Begleitveranstaltungen. Wir hoffen darauf, alle Programmpunkte in einem Jahr in dieser Zusammenstellung durchführen zu können.

Durch seine bahnbrechende Kombination von qualitativer Sozialforschung, kritischer Zeitdiagnose und skeptischer Geschichtsphilosophie hat Siegfried Kracauer wie kaum ein anderer das Projekt einer interdisziplinären Untersuchung des Strukturwandels des Kapitalismus auf den Weg gebracht. Seine thematisch weit auseinanderliegenden Studien zur zeitgenössischen Massenkultur, zur Kunst, Gesellschaft und Geschichte entziffern eine durch kapitalistische Bedingungen vereinseitigte, auf Naturbeherrschung reduzierte Rationalität.
Damit hat Kracauer wesentlich zur Formierung und Entwicklung der sogenannten Frankfurter Schule beigetragen. Diese häufig verkannte Lebensleistung zu würdigen, Kracauers Werk aus seinem Schattendasein zu befreien und es ins Zentrum der Kritischen Theorie zu rücken ist Absicht und Aufgabe der Internationalen Konferenz. Symposien zu Aspekten seiner Theorie, Foren zur Aktualität seiner Forschungen und Workshops zu einzelnen Schriften sollen die thematische Einheit und Vielfalt sowie die intellektuelle Kraft von Kracauers Werk vergegenwärtigen. Gerahmt wird das Konferenzprogramm von Filmvorführungen, einem Stadtrundgang, einer Performance sowie Lesungen und Gesprächen von April bis Juni. Sie vermitteln ein aktuelles Bild der Geistesgegenwart, Neugier und destruktiven Energie dieses Frankfurter Denkers.